Diagnose „Reflux“. Wie geht es weiter?
- PD Dr.med.Eckhard Löhde
- 20. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Apr.
Viele Patienten sind zunächst erleichtert, wenn endlich die Diagnose „Refluxkrankheit“ gestellt wird.
Doch dann stellt sich schnell die nächste Frage:
Wie geht es nun weiter?
Im medizinischen Alltag folgt die Behandlung oft einem einfachen Schema:
Sodbrennen → Säureblocker → „Der Nächste bitte“.
Der Rest bleibt dem Patienten überlassen.
Ein typischer Verlauf
Eine Patientin schrieb mir:
Nach Jahren der Unsicherheit stand endlich die Diagnose fest. Sie stellte ihre Ernährung um, verzichtete konsequent auf Vieles, nahm regelmäßig Medikamente – und hoffte auf Besserung.
Doch das Gegenteil trat ein.
Die Beschwerden nahmen sogar noch zu:
Husten, Räuspern, Atemprobleme
Schmerzen im Brust- und Rippenbereich
Schluckstörungen, Übelkeit
zunehmende Erschöpfung
Die Medikamentendosis wurde immer weiter gesteigert – ohne nachhaltigen Erfolg.
Weitere Diagnosen kamen hinzu, zusätzliche Therapien wurden versucht. Und dennoch blieb die Situation unverändert.
Am Ende blieb vor allem eines:
Die Verzweiflung, trotz allem weiterhin krank zu sein.
Zwei wichtige Aspekte
1. Unterschiedliche Wirkung von Säureblockern
Nicht alle Patienten sprechen gleichermaßen auf Säureblocker an.
Kleine Unterschiede in der molekularen Struktur der Präparate können dazu führen, dass sie bei manchen Patienten nur unzureichend wirken.
Diese sogenannten „Non-Responder“ profitieren oft nicht von einer Dosiserhöhung, sondern eher von einem Präparatewechsel.
2. Nebenwirkungen und Folgewirkungen von Säureblockern
Die PPI können eine Reihe von belastenden Nebenwirkungen haben — im den Magen- Darmtrakt, im Knochenstoffwechsel, aber auch auf die psychisch Verfassung in Richtung Depression.
PPI-Einnahme und Absetzen
Sowohl unter der Einnahme als auch nach dem Absetzten kann zu Störungen des Gleichgewichts im Körper kommen.
So werden beispielsweise Pilzinfektionen (Candida) begünstigt, die normalerweise bei stark geschwächtem Immunsystem auftreten. Das zeigt, wie stark diese Medikamente in das körpereigene Gleichgewicht eingreifen.
Gleichzeitig entsteht ein Teufelskreis: Pilzinfektionen verursachen ähnliche Beschwerden wie Reflux.
Die Folge: Nicht selten eine weitere Steigerung der Medikamentendosis.
Was bedeutet das?
Die Behandlung der Refluxkrankheit ist komplex.
Ein einfaches Schema mit Säureblockern reicht häufig nicht aus.
Der entscheidende Punkt
👉 Die individuelle Situation des Patienten muss erkannt werden. In diesem Fall haben wir uns nach sorgfältiger Analyse für eine operative Therapie entschieden.
Heute ist die Patientin beschwerdefrei.
Fazit
Reflux ist nicht gleich Reflux.
Und nicht jeder Patient profitiert von denselben Maßnahmen.
👉 Erst eine präzise Einordnung der gesamten Situation ermöglicht eine sinnvolle und nachhaltige Behandlung.
Ihr
Priv--Doz. Dr. med. Eckhard Löhde



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