Gallereflux (DGER) – die oft übersehene Komponente des Refluxes
- PD Dr.med.Eckhard Löhde
- vor 6 Tagen
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Aktualisiert: vor 1 Tag
Das Aufsteigen von Gallensäuren ist bei vielen Refluxpatienten latent, aber oft unbemerkt vorhanden. Zunächst fließt der Gallensaft aus dem Zwölffingerdarm in den Magen. Erreicht er die Speiseröhre, spricht man vom DGER (Duodeno-Gastro-Esophageal Reflux).
Was passiert dabei im Körper?
Unser Verdauungssystem besteht aus klar getrennten Funktionsräumen:
Magen: stark saures Milieu (pH 1–2)
Zwölffingerdarm: alkalisches Milieu (pH 8–8,5)
Für das alkalische Milieu sind vor allem die Gallensäfte verantwortlich.
Genau hier nutzt der Körper eine bemerkenswerte Möglichkeit zur Selbstregulation: Die Säureproduktion im Magen kann er nicht einfach abschalten – aber er kann versuchen, sie durch alkalische Gallensäfte teilweise zu neutralisieren.
Was passiert bei Reflux?
Genau diesen Weg nutzt der Körper. Zum Schutz der Speiseröhre lässt der Magen vermehrt Gallensäfte zurückfließen, wodurch es zu einer zunehmenden Neutralisation der Magensäure kommt.
Teilweise werden sogar alkalische pH-Werte im Magen erreicht.
Der Preis dieses Schutzmechanismus
Die Vermischung der sauren und alkalischen Kompartimente stört die empfindliche Säure-Basen-Balance im Gastrointestinaltrakt. Das Verdauungssystem kann darauf mit unterschiedlichen Funktionsstörungen reagieren – einschließlich eines veränderten bakteriellen Gleichgewichts im Darm.
Besonders wichtig ist jedoch:
Gallensäuren verhalten sich im sauren Milieu anders als im Zwölffingerdarm:
sie können Zellmembranen schädigen
sie fördern entzündliche Prozesse
sie belasten die Schleimhäute von Magen und Speiseröhre zusätzlich
Die Folgen
Im Magen führt dieser Mechanismus häufig zur sogenannten C-Gastritis, die bei vielen Refluxpatienten nachweisbar ist.
Gelangen Gallensäuren zusätzlich in die Speiseröhre, entsteht eine doppelte Belastung durch Säure und Galle – mit entsprechend erhöhtem Risiko für Zellschäden.
Was bedeutet das für Sie?
Gallereflux ist eng mit der Refluxerkrankung verbunden und sollte ernst genommen werden, insbesondere bei:
chronischen Entzündungen (z. B. C-Gastritis)
Barrett-Veränderungen
Ziel muss es sein, diese doppelte Belastung zu vermeiden.
Fazit
Die Störung des Verschlusssystems zwischen Magen und Speiseröhre ist kein rein lokales Problem. Sie hat weitreichende – und häufig unterschätzte – Auswirkungen auf den gesamten Organismus.
Vieles von dem, was dabei im Detail geschieht, ist bislang nur unzureichend verstanden.
Ihr
Priv.-Dez. Dr. med. Eckhard Löhde



Ich habe genau dieses Problem, wurde mit gestern nach der Magenspiegelung mitgeteilt. Ich habe 2021 plötzlich und ungewollt 15 Kilo abgenommen danach ging’s los mit den Gallenbeschwerden die wurde dann 2022 entnommen und seitdem wird es immer schlimmer. Hatte nie Probleme mit dem Magen. Jetzt hab ich eine starke Magenschleimhautentzündung und eine C Gastritis. welche OP macht man denn da ? Habe auch einen Zwerchfellbruch aber damit hat das doch nichts zu tun oder habe ich das falsch verstanden ? Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar. Viele Grüße