OP Methode RefluxStop™
- PD Dr.med.Eckhard Löhde
- 20. Okt. 2024
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 31. März
Was ist RefluxStop™?
Hierbei wird ein etwa pingpongballgroßer Kunststoffkörper in den oberen Anteil des Magens eingenäht. Dadurch soll Druck auf die Speiseröhre ausgeübt werden, um Reflux zu verhindern. Ferner führt der Fremdkörper zu heftigen Verwachsungen von Zwerchfell- und Magengewebe. Dies soll ein Verrutschen der Organe durch das gerissene Zwerchfell verhindern.
Ist das sinnvoll?
Die Fremdkörperreaktion auf das Implantat führt tatsächlich zu einer ausgeprägten Narbenbildung. Leider wird auch die Speiseröhre miteinbezogen. Schluckstörungen und Motilitätsproblemen sind häufige Folge.
Ein langfristig bestehendes Risiko ergibt sich daraus, dass die Magenwand unter dem dauerhaften Druck des Implantats durchbricht oder, wie im Bild dargestellt, das Implantats zu wandern beginnt.
Wissenschaftliche Anmerkung
Bei internationalen Publikationen besteht die Verpflichtung, mögliche Interessenkonflikte der beteiligten Autoren offenzulegen („conflict of interest statement“).
Die bislang veröffentlichten Studien zu RefluxStop™ erfassen nur wenige Patienten und sind methodisch kritisch. Es fällt insbesondere auf, dass an mehreren Arbeiten Ärzte beteiligt waren, die in Verbindung mit dem Hersteller stehen und von diesem vergütet wurden. Dies muss bei der Bewertung der Ergebnisse berücksichtigt werden.
Ein Wort zum Schluss:
Der medizinisch-technische Einfallsreichtum, Reflux zu therapieren, ist eindrucksvoll: Es werden Bälle, Bänder, Falten, Magnetketten etc. in unseren Magen eingenäht, Magenanteile werden herausgeschnitten und in verschieden Ausprägungen um die Speiseröhre geknotet und endoskopisch werden Gifte und radioaktives Material in die Speiseröhre gespritzt, um verengende Vernarbungen hervorzurufen, anstatt den besten aller Wege zu gehen: Die Wiederherstellung des natürlichen Verschlusssystems.
Ihr
Priv.-Doz. Dr. med. Eckhard Löhde




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