LINX - Das Magnetband
- PD Dr.med.Eckhard Löhde
- 6. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Liebe Patientinnen und Patienten,
kürzlich stellte sich erneut ein Patient zur Entfernung eines LINX-Bandes bei mir vor. Dies nehme ich zum Anlass, einige Worte zu diesem magnetischen Anti-Reflux-System zu erläutern.
Auf dem Röntgenbild ist das LINX-Band gut erkennbar. Während der Patient ein Kontrastmittel schluckt, lässt sich beobachten, wie dieses durch die Enge des Magnetbandes hindurchtritt.
Das LINX-System besteht aus einer Kette kleiner Magnetelemente, die sich gegenseitig anziehen und nach dem Schluckakt die Speiseröhre wieder verschließen sollen. Dadurch soll der Rückfluss von Magensäure verhindert werden.
In der Praxis berichten Patienten, dass dies – sofern das Band nicht zu straff angelegt ist – durchaus funktionieren kann. Das zugrunde liegende Prinzip entspricht dem der Fundoplikatio: Die Speiseröhre wird gezielt eingeengt, um den Rückfluss zu verhindern.
Während aber die Fundoplikatio die Freilegung des Magens aus seiner Befestigung mit Durchtrennung von Blutgefäße und Nervenstrukturen erfordert, ist dies beim LINX-Band nicht erforderlich. Die Einengung ist technisch einfacher.
Was das LINX-System jedoch nicht leisten kann, ist die Wiederherstellung der Stabilität des gerissenen Zwerchfells. Gerade hier liegt häufig das spätere Problem: Bei Revisionseingriffen zeigen sich nicht selten erneute Defekte im Zwerchfell und das LINX-Bandes verlagert sich in den Brustkorb mit Verwachsungen — auch zum Herzbeutel.
Zu beachten ist außerdem, dass ältere LINX-Systeme mit starken Magnetfeldern, wie sie bei MRT-Untersuchungen verwendet werden, interferieren können. In solchen Fällen musste das Implantat zuvor entfernt werden. Neuere Systeme sind hier teilweise angepasst.
Die Langzeitergebnisse sind zurückhaltend zu bewerten. Das Verfahren wird weiterhin angeboten, nicht zuletzt aufgrund seiner vergleichsweise einfachen Durchführung.
Mein Rat: Treffen Sie Ihre Entscheidung nicht nur auf Basis technischer Möglichkeiten – sondern auch nach Ihrem persönlichen Empfinden.
Ihr
Priv.-Doz. Dr. med. Eckhard Löhde



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