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Stiller Reflux – was steckt wirklich dahinter?

  • PD Dr.med.Eckhard Löhde
  • 18. März
  • 2 Min. Lesezeit

Der Begriff „stiller Reflux“ taucht heute sehr häufig auf – fast wie ein Modebegriff. Dabei wirkt er oft geheimnisvoller, als er tatsächlich ist.

Gemeint ist in Wirklichkeit der sogenannte respiratorische Reflux.


Was passiert dabei?

Im Magen spielen Pepsine eine zentrale Rolle. Diese Enzyme sind hochaktiv und können Eiweiße zersetzen – also auch körpereigene Strukturen.

Funktioniert der Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig, gelangen diese Substanzen nach oben. Im Gegensatz zur Magensäure steigen Pepsine häufig gasförmig als Aerosole auf.

Die Speiseröhre wirkt dabei wie ein „Schornstein“, der diese Stoffe nach oben weiterleitet.


Anschließend werden sie mit dem Atemstrom mitgerissen und überall dorthin transportiert, wo Luft hingelangt. Daher beschreibt der Begriff „respiratorischer Reflux“ dieses Krankheitsbild deutlich treffender als „stiller Reflux“.


Welche Organe sind betroffen?

  • Kehlkopf und Rachen

  • Mundhöhle und Zunge

  • Nasennebenhöhlen

  • Bronchien und Lunge

Teilweise auch:

  • ins Mittelohr (über die Eustachische Röhre)

  • zu den Augen (über die Tränenkanäle)

  • auf die Haut im Gesicht


Wie ein Film legen sich die die Substanzen auf die Schleimhäute und lösen Entzündungsreaktionen aus – rund um die Uhr, jeden Tag. Diese ununterbrochen Belastung des Immunsystems und Zellreparatur kann zu ausgeprägter Erschöpfung führen.


Die Folgen

Je nach betroffenem Organ zeigen sich unterschiedliche Symptome:

  • chronischer Husten, Atemnot, asthmaartige Beschwerden

  • Heiserkeit, Räusperzwang, Stimmprobleme

  • verstopfte Nasennebenhöhlen, Schnarchen

  • Schleim im Rachen, schlechter Geschmack im Mund

  • wiederkehrende Entzündungen (HNO, Bronchien)

  • ausgeprägte Erschöpfung


Oft werden diese Beschwerden isoliert behandelt – ohne die eigentliche Ursache zu erkennen.


So berichten Patienten über jahrelange Arztbesuche, wiederholte Nebenhöhlenoperationen, Allergie- und Antibiotikatherapien, Asthmadiagnosen, Kortisonbehandlung sowiedenEinsatz von Säureblockern —meist ohne durchschlagenden Erfolg.


Was bedeutet das?

Viele Symptome des sogenannten „stillen Refluxes“ werden nicht als Reflux erkannt. Die Folge sind lange Krankheitsverläufe und unnötige Behandlungen.

In diesem Fall dauerte die Odyssee über sieben Jahre, bis eine gezielte Behandlung das Problem lösen konnte.


Fazit

„Stiller Reflux“ ist nicht still, sondern ein komplexes Krankheitsbild mit vielfältigen Auswirkungen. Die eigentliche Ursache liegt in einem gestörten Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre – und genau dort muss die Behandlung ansetzen.


Ihr

Priv.-Doz. Dr. med. Eckhard Löhde


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