Barrett und Krebs – wie groß ist das Risiko wirklich?
- PD Dr.med.Eckhard Löhde
- 4. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Barrett-Ösophagus und Krebs beschäftigt insbesondere betroffene Patienten. Früher wurde das Risiko deutlich überschätzt. Heute wissen wir, dass es — zum Glück — viel geringer ist.
Dennoch besteht ein Zusammenhang, und entscheidend ist der individuelle Befund:
Kleine, isolierte Barrett-Areale sind deutlich unproblematischer als ein sogenannter Long-Barrett, der sich über mehrere Zentimeter erstreckt, oder sich zirkulär ausbreiten. Bei solch ausgedehnten Veränderungen ist eine regelmäßige endoskopische Überwachung mit Biopsien unerlässlich.
Was leisten Medikamente – und was nicht?
Ist ein Barrett einmal entstanden, lässt er sich durch Säureblocker (PPI) in der Regel nicht rückgängig machen.
Substanzen wie Pepsine, Gallensäuren und Mageninhalt treten weiterhin nach oben, da das Verschlusssystem nach wie vor gestört ist.
Daher ist eine vollständige Abheilung des Barrett unter alleiniger medikamentöser Therapie nicht zu erwarten. Allerdings wird die schädigende Wirkung der Säure deutlich abgeschwächt.
Was bewirkt eine Operation?
Die entscheidende Frage ist:
Was passiert, wenn das natürliche Verschlusssystem wiederhergestellt wird?
Untersuchungen von Patienten, die nach dem Löhde-Verfahren operiert worden sind, zeigen, dass — abhänging von der Ausprägung des Barrett — in über 50% der Fälle eine vollständige Rückbildung beobachten werden kann.
Bei anderen Patienten kommt es zur Verkleinerung der Barrett-Areale und in jeden Fall zum Stillstand der Erkrankung.
Was bedeutet das?
Unsere Beobachtungen zeigen eine sehr wichtige Erkenntnis:
So wie das Barrett durch den Reflux entsteht, kann es nach Wiederherstellung des natürlichen Verschlusssystems auch wieder abheilen.
Das klingt unspektakulär — aber widerspricht der bislang in der Wissenschaft vertretenen Auffassung: "Einmal Barrett — immer Barrett".
Fazit
Barrett-Ösophagus ist ein ernst zu nehmendes Warnsignal – aber kein unausweichliches Schicksal.
Patienten mit Barrett profitieren besonders von einer Therapie, die die eigentliche Ursache behandelt: die Wiederherstellung des natürlichen Verschlusssystems zwischen Magen und Speiseröhre.
Ihr
Priv.-Doz. Dr. med. Eckhard Löhde




Kommentare